Steckbrief
Name: Hera
Geschlecht: Weiblich
geboren: 11.02.2003
Die Geschichte der Rasse
John (Jack) Russell (1795 bis 1883), Pfarrer
und passionierter Jäger, schuf diese Rasse. Schon während seines Studiums in
Oxford erwarb er seine erste Terrierhündin, eine weiße rauhhaarige Hündin mit
Abzeichen am Kopf, die damals schon in wesentlichen Punkten dem heutigen
Standard entsprach. Diese Hündin, genannt „Trump“, wird als Stammmutter der
Rasse bezeichnet. Ihr Bild hängt in der Sattelkammer des Schlosses Sandrigham
und ist das Eigentum der Queen. Sie wird von E. W. L. Davies in seiner
Biographie „Memoir of the Reverend John Russell“ wie folgt beschrieben:
„Zuerst einmal ist ihre Farbe weiß, mit nur einem braunen Fleck über jedem Auge
und Ohr und einem Fleck, nicht größer als ein Penny, auf der Schwanzwurzel. Das
Fell ist dicht anliegend und eine geringfügige Rauheit schützt ihren Körper vor
Nässe und Kälte. Dieses Fell hat aber keinerlei Ähnlichkeit mit dem langen
rauhaarigen Fell eines Scotchterriers. Die Beine sind pfeilgerade, die Pfoten
perfekt. Die Lenden und die Gestalt des ganzen Rahmens weisen auf
Unerschrockenheit und Ausdauer hin, während die Größe und das Gewicht dem einer
ausgewachsenen Füchsin entsprechen.“
Jack Russell nahm die unterschiedlichsten Einkreuzungen mit anderen einfarbigen
oder bunt gefleckten Arbeitsterriern vor. Sein Zuchtziel war immer die
Arbeitstauglichkeit, ein typisches Rassebild kam in zweiter Linie. Rückblickend
kann man sagen, dass diese Anstrengungen, an neues Zuchtmaterial zu gelangen,
Fremdkreuzungen durchzuführen und dabei doch immer einen bestimmten Typ zu
verfolgen, der große Verdienst des Reverend Jack Russell um diese Terrier war.
Nach seinem Tod blieb eine Gruppe unterschiedlichster Terrier zurück, die
zunächst nur „Working Terrier“ (Arbeitsterrier) genannt wurden. In den dreißiger
Jahren des 20. Jahrhunderts kam es dann auf, diese Terrier
„Jack-Russell-Terrier“ zu nennen. Es gab nachfolgend immer Züchter, die am alten
Typ dieses Terriers festhielten. Zwar nahmen diese auch Einkreuzungen vor, die
aber immer im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit der Terrier durchgeführt wurden.
Dieser Tradition folgend wurden bis in die jüngste Vergangenheit im
Jack-Russell-Terrier Einkreuzungen mit anderen Terrierrassen vorgenommen. Leider
wurden auch andere Rassen wie z. B. Corgis, Beagles und Bullterrier kurzzeitig
eingekreuzt, führten aber zu wenig gelungenen Ergebnissen.
Der Jack-Russell-Terrier erfreut sich seit dem letzten Weltkrieg auf dem
europäischen Kontinent einer zunehmenden Beliebtheit, ganz besonders bei Jägern
und Reitern. Der Jack-Russell-Terrier in seiner damaligen Form wurde am 22.
Januar 1990 vom englischen „Kennel Club“ anerkannt, im Jahre 2000 kam die
Anerkennung vom FCI. Anschließend folgte dann die Aufteilung der FCI in die
Rassen Jack Russell Terrier und Parson (Jack) Russell Terrier.
Beschreibung
Dieser kleine, agile Terrier wird bis zu 30,5 cm groß und um die 6 kg schwer,
überwiegend weiß mit Abzeichen in schwarz, braun oder lohfarben bzw. jeder
Kombination dieser Farben. Das Fell ist glatt-, rau- oder stockhaarig . Seine
Ohren sind sehr bewegliche Knopf- oder Hängeohren von guter Textur des
Ohrleders. Die Rute darf in der Ruhe herabhängen, sollte in der Bewegung
aufrecht getragen werden. Bei Verwendung als Jagdgebrauchshund ist das Kupieren
der Rute in Deutschland laut Tierschutzgesetz erlaubt.
Die hochbeinige Variante der Rasse mit einer Größe von über 30,5 cm ist der
Parson-Russell-Terrier.
Der Ursprüngliche Jack Russell Terrier, wie er seit mehr als 150 Jahren in
England gezüchtet wird, ist zwischen 25,4cm und 38,1cm(10-15inch)groß.Dabei
sehen die kleinen JRT unter 30,5cm exakt so aus wie die größeren mit 38,1cm, nur
proportional geschrumpft. Dieses ist aus der Tatsache entstanden, dass die
Füchse auch in England regionalbedingt gewaltige Größenunterschiede haben und
die Baue dementsprechend verschiedene Röhrendurchmesser haben. Die einzigen
Vereine die sich in Deutschland um die Erhaltung des ursprünglichen JRT kümmern
sind der British Jack Russell Terrier Verein, der Jack Russell Terrier Verein
und der Working Jack Russell Terrier Verein. Diese Vereine sind nicht dem VDH
angeschlossen, da der ursprüngliche Zuchtstandard nicht von der FCI anerkannt
ist und eine Anerkennung dieses Standards auch von den Vereinen nicht angestrebt
wird.
Wesen
Der Jack-Russell-Terrier ist in erster Linie ein Arbeitsterrier, ein Jagdhund.
Er ist ein Hund von außerordentlicher Intelligenz. Sein Mut, sein Temperament,
seine Ausdauer, sein Lauf- und Springvermögen und nicht zuletzt sein Wesen
machen ihn zu einem außergewöhnlichen Hund.
Durch seine Größe und seinen geringen Brustumfang eignet er sich ausgesprochen
gut für die Arbeit unter der Erde. Aber auch über der Erde ist er vielseitig
einsetzbar. Er demonstriert auf Totsuchen genauso sein Können wie als Stöberhund
z. B. bei der Jagd auf Schwarzwild. Er ist, natürlich in seinem körperlichen
Rahmen, ein guter Apporteur. Seine Wasserpassion ist sprichwörtlich und
Federwild zieht ihn magisch an.
Kleinen Kindern ist er in der Regel besonders zugeneigt, es kann aber auch sein,
dass er, wie ein Terrier halt ist, seinen eigenen Kopf hat – was ihn zu einem
schwierigen Hund machen kann. Herumtollen und Toben mag er und zwickende Hände
erträgt er, wenn er es gelernt hat, mit stoischer Gelassenheit. Er ist
umgänglich, anpassungsfähig und gesundheitlich sehr robust. Er bleibt bei
entsprechender Haltung bis ins hohe Alter, nicht selten 15 bis 18 Jahre, fit.
Diese Eigenschaften machen ihn auch zu einem guten Familienhund. Ein
Jack-Russel-Terrier ist und bleibt aber ein Terrier, und das kann deshalb auch
Schwierigkeiten bei der Erziehung machen. Er ist daher nicht unbedingt als
Ersthund geeignet.
